Inhaltsverzeichnis
  1. Was ein Klick 2026 wirklich kostet
  2. Die Absicht bestimmt den Preis, nicht die Branche
  3. Die Rechnung mit drei Zahlen
  4. Die Untergrenze: ab wann passiert überhaupt etwas
  5. Drei Fehler, die Geld ohne jede Wirkung kosten
  6. Was zahlst du an wen
  7. Wann sich Google Ads nicht lohnt
  8. Kurz zusammengefasst

Die Frage „was kostet Google Ads“ hat eine unbefriedigende Standardantwort: es kommt darauf an. Das stimmt sogar, hilft aber niemandem bei der Entscheidung. Deshalb hier zuerst Zahlen und danach die Rechnung, mit der sich die Frage tatsächlich beantworten lässt.

Ein Hinweis vorweg, weil er den größten Unterschied macht: Google Ads hat kein Mindestbudget. Du kannst mit fünf Euro am Tag starten. Ob dabei etwas herauskommt, entscheidet nicht Google, sondern eine Division, die weiter unten steht.

Was ein Klick 2026 wirklich kostet

Wir haben am 7. September 2026 die Gebotsdaten abgefragt, die Google selbst für den deutschen Markt ausgibt. Die beiden Werte je Suchbegriff sind das 20. und das 80. Perzentil der Gebote, mit denen Anzeigen oben auf der Ergebnisseite gelandet sind. Der untere Wert ist die praktische Eintrittsschwelle, der obere zeigt, was zahlungskräftige Wettbewerber bieten.

BrancheEinstiegoberes Ende
Handwerk1,42 €6,55 €
Bau und Immobilien1,45 €5,60 €
Dienstleistung allgemein2,01 €11,17 €
Beratung und Kanzlei2,87 €7,83 €
Web und Marketing5,72 €21,07 €
Software und B2B7,93 €38,81 €

Jeweils der Mittelwert mehrerer Begriffe je Branche. Einzelne Begriffe fallen deutlich aus der Reihe:

  • dachdecker · 1,42 bis 6,55 € · 40.500 Suchen im Monat
  • sanitär notdienst · 3,70 bis 13,72 € · 2.400
  • umzugsunternehmen · 3,95 bis 11,35 € · 14.800
  • anwalt arbeitsrecht · 4,11 bis 13,88 € · 6.600
  • seo agentur · 11,40 bis 26,61 € · 4.400
  • wordpress agentur · 8,07 bis 56,66 € · 1.000
  • fahrschule · 0,94 bis 4,27 € · 135.000

Der Ausreißer nach oben ist kein Zufall: In unserer eigenen Branche kaufen Agenturen Klicks von anderen Agenturen, die dieselben Klicks kaufen. Wer Software verkauft, zahlt noch mehr, weil ein einziger Abschluss über Jahre trägt.

Die Absicht bestimmt den Preis, nicht die Branche

Der wichtigste Befund aus den Daten steht nicht in der Tabelle. Innerhalb derselben Branche entscheidet das Wort in der Suchanfrage über den Preis, und zwar um den Faktor vier:

SuchbegriffEinstiegSuchen
hausbau kosten0,86 €1.900
badsanierung1,25 €6.600
wärmepumpe kosten2,01 €27.100
photovoltaik anlage kaufen3,18 €720

„Kosten“ ist billig, „kaufen“ ist teuer. Dasselbe bei den Kanzleien: steuerberater kosten liegt bei 0,54 €, anwalt arbeitsrecht bei 4,11 €. Wer nach einem Preis sucht, informiert sich. Wer nach der Leistung sucht, will beauftragen. Google verkauft nicht Branchen, sondern Kaufabsicht, und die kostet.

Daraus folgt eine unbequeme Regel: Die günstigen Klicks sind günstig, weil sie seltener zu einem Auftrag führen. Ein Budget auf die billigen Begriffe zu lenken senkt den Klickpreis und den Ertrag gleichzeitig.

Die Rechnung mit drei Zahlen

Der Klickpreis allein sagt nichts. Interessant wird es erst mit zwei weiteren Zahlen: dem Monatsbudget und der Anfragequote deiner Zielseite, also dem Anteil der Besucher, die ein Formular ausfüllen oder anrufen.

Monatsbudget ÷ Klickpreis = Klicks Klicks × Anfragequote = Anfragen Monatsbudget ÷ Anfragen = Kosten je Anfrage

Für einen Handwerksbetrieb mit 500 € im Monat und 2,50 € je Klick:

  • 500 ÷ 2,50 = 200 Klicks
  • 200 × 2 % = 4 Anfragen
  • 500 ÷ 4 = 125 € je Anfrage

Ob 125 € je Anfrage gut sind, hängt allein an deinem Auftragswert. Bei einer Badsanierung ist das ein hervorragender Preis. Bei einem Wartungsvertrag für 39 € im Monat ist es Unsinn.

Dieselbe Rechnung für eine Kanzlei mit 4,11 € je Klick und denselben 500 €: 122 Klicks, gut zwei Anfragen, rund 240 € je Anfrage. Und für eine Software mit 7,93 €: 63 Klicks, gut eine Anfrage, 400 €. Das Budget ist in allen drei Fällen gleich. Was sich unterscheidet, ist die Zahl am Ende.

Die zwei Prozent sind dabei die wackeligste Annahme. Sie sind ein brauchbarer Ausgangswert für eine Dienstleistungsseite mit einem sichtbaren Formular. Eine Seite ohne Formular über der Falzkante liegt darunter, eine Notdienst-Seite mit großer Telefonnummer deutlich darüber. Wer die eigene Quote nicht kennt, rechnet mit einer erfundenen Zahl. Deshalb gehört die Messung vor die erste Anzeige, nicht danach.

Die Untergrenze: ab wann passiert überhaupt etwas

Es gibt kein Mindestbudget, aber es gibt eine Schwelle, unter der man nichts lernt. Unser Erfahrungswert aus den eigenen Konten: Ein Gebot sollte nie über einem Drittel des Tagesbudgets liegen. Wer 5 € am Tag ausgibt und 4 € je Klick bietet, kauft am Tag einen Klick. Bei einem Klick am Tag dauert es Monate, bis ein Suchbegriff überhaupt genug Daten für eine Entscheidung hat.

Daraus ergeben sich drei Stufen, ehrlich beschriftet:

Unter etwa 300 € im Monat ist Ads nur mit sehr enger Führung sinnvoll: eine Region, eine Handvoll Begriffe mit Kaufabsicht, manuelle Gebote. Das ist Sichtbarkeit, keine Optimierung. Es kann trotzdem der richtige Weg sein, wenn dein Klickpreis niedrig ist und der Auftragswert hoch.

Zwischen 300 und 1.000 € bekommst du belastbare Suchbegriffsdaten. Du siehst, welche Formulierungen echte Anfragen bringen, und kannst den Rest ausschließen. Das ist der Bereich, in dem die meisten Betriebe im Mittelstand wirklich stehen.

Ab etwa 1.000 bis 1.500 € je Kanal sammeln automatische Gebotsstrategien genug Conversion-Daten, um besser zu bieten als ein Mensch. Erst hier funktioniert der Teil von Google Ads, mit dem in Verkaufsgesprächen geworben wird.

Drei Fehler, die Geld ohne jede Wirkung kosten

Erstens: unter der Eintrittsschwelle bieten. Liegt dein Gebot unter dem Betrag, den Google für die erste Ergebnisseite ansetzt, wird die Anzeige schlicht nicht ausgeliefert. Das Konto zeigt dann null Impressionen, null Klicks und ein unangetastetes Budget. Es sieht aus, als wäre nichts passiert, und genau das ist es auch. Wer in dieser Lage „Google Ads funktioniert bei uns nicht“ sagt, hat in Wahrheit nie ausgeliefert. Die Zahl steht in der Oberfläche direkt am Keyword, sie wird nur selten angesehen.

Zweitens: zu viele Anzeigengruppen für das Budget. Zwanzig Gruppen klingen nach guter Struktur. Bei 15 € am Tag und 2,60 € je Klick sind das sechs Klicks, verteilt auf zwanzig Gruppen: keine Gruppe bekommt in einer Woche einen Klick. Struktur, die das Budget verdünnt, ist keine Struktur, sondern Selbstbeschäftigung. Die Zahl der Gruppen sollte nicht größer sein als die Zahl der Klicks, die du am Tag kaufst.

Drittens: die teuersten Begriffe kaufen. seo agentur kostet ab 11,40 € und geht bis 26,61 €. Bei einem Auditpreis im vierstelligen Bereich und einer realistischen Anfragequote rechnet sich das für kleine Konten nicht. Solche Begriffe gewinnt man über Inhalte, nicht über Gebote. Wir halten uns selbst daran: Für unsere eigenen SEO-Begriffe schalten wir keine Anzeigen, sondern schreiben Beiträge wie diesen.

Was zahlst du an wen

Zur Vollständigkeit, weil es selten sauber getrennt wird:

  • Mediabudget geht vollständig an Google, pro Klick abgerechnet. Nicht ausgegebenes Budget verfällt, es wird nichts vorgehalten.
  • Betreuung ist die Arbeit an Konto, Suchbegriffen, Ausschlüssen und Zielseiten. Üblich sind ein Prozentsatz des Mediabudgets, ein Monatspauschale oder Stundensatz. Bei kleinen Budgets ist der Prozentsatz unfair für beide Seiten: Zehn Prozent von 300 € bezahlen keine Betreuung.
  • Einrichtung fällt einmal an: Konto, Messung, Anzeigen, Zielseiten.

Die Faustregel, die sich bewährt hat: Wenn die Betreuung mehr kostet als das Mediabudget, ist entweder das Budget zu klein oder der Kanal der falsche.

Wann sich Google Ads nicht lohnt

Es gibt Fälle, in denen die Antwort ehrlicherweise „nein“ lautet:

  • Dein Angebot wird nicht gesucht. Für etwas, wonach niemand sucht, gibt es keine Suchanzeigen. Das ist kein Budgetproblem, sondern ein Kanalproblem.
  • Der Auftragswert liegt unter den Kosten je Anfrage. Siehe die Rechnung oben. Ein Produkt für 50 € trägt keine 125 € Anfragekosten.
  • Die Zielseite wandelt nicht. Anzeigen verstärken, was da ist. Eine Seite ohne erkennbaren nächsten Schritt wird mit Budget nicht besser, nur teurer.
  • Niemand meldet sich zurück. Anfragen, die zwei Tage liegen bleiben, sind verlorenes Geld. Das klingt banal und ist der häufigste Grund, warum Kampagnen als erfolglos gelten.

In den ersten beiden Fällen ist Suchmaschinenoptimierung der geduldigere, aber billigere Weg. Im dritten und vierten Fall lohnt sich die Arbeit an der Seite vor jedem Euro Werbebudget.

Kurz zusammengefasst

Ein Klick kostet in Deutschland je nach Absicht zwischen 0,50 € und knapp 8 € Einstieg, nach oben offen. Die Branche gibt die Größenordnung vor, das Wort in der Suchanfrage die Feinabstimmung. Ob sich das rechnet, entscheidet keine Faustregel, sondern deine drei Zahlen: Budget, Klickpreis, Anfragequote. Und die dritte davon kennen die wenigsten.

Wenn du wissen willst, wie diese Rechnung für dein Thema ausgeht: Schreib uns kurz, worum es geht und mit welchem Budget du planst. Wir messen die Klickpreise für deine Begriffe und rechnen es durch. Wenn dabei herauskommt, dass sich Ads für dich nicht lohnt, sagen wir das auch. Zu den Preisen der Arbeit selbst gibt es zwei Beiträge im gleichen Ton: Was kostet SEO? und Was kostet eine Website?

Zur Datengrundlage: Alle Klickpreise stammen aus Googles eigenen Gebotsdaten für Deutschland, abgefragt am 7. September 2026 über einen Datenanbieter mit Zugang zur Google-Ads-Schnittstelle. Es sind Schätzwerte für den Seitenanfang und keine Garantien. Was du tatsächlich zahlst, hängt zusätzlich von deinem Qualitätsfaktor ab: Bei relevanter Anzeige und guter Zielseite liegt dein Preis unter diesen Werten, bei schwacher darüber.