Inhaltsverzeichnis
  1. Warum „ab 499 €“ in die Irre führt
  2. Block 1: Konzept und Struktur
  3. Block 2: Design und Umsetzung
  4. Block 3: Inhalte
  5. Block 4: Betrieb — der einzige, der wiederkommt
  6. Was sich 2026 verändert hat
  7. Drei realistische Beispiele
  8. Woran du ein belastbares Angebot erkennst
  9. Wie wir es machen

Es ist die erste Frage in fast jedem Erstgespräch, und sie ist völlig berechtigt: Was kostet das? Die üblichen Antworten helfen nicht weiter. „Ab 499 €“ ist eine Zahl, die nach dem ersten Gespräch keinen Bestand hat. „Das kommt darauf an“ stimmt zwar, ist aber keine Auskunft.

Dieser Beitrag macht es andersherum: Er zerlegt den Preis in die vier Blöcke, aus denen er tatsächlich besteht, nennt für jeden eine Spanne und sagt dazu, was sie nach oben oder unten treibt. Am Ende weißt du, was ein Angebot enthalten muss — und woran du erkennst, dass etwas fehlt.

Warum „ab 499 €“ in die Irre führt

Der Betrag stimmt meistens sogar. Er gilt nur für einen sehr schmalen Fall: eine Vorlage, in die deine Farben und dein Logo eingesetzt werden, mit dem Text, den du selbst lieferst, ohne Konzept und ohne Betreuung danach.

Das kann für einen kleinen Betrieb genügen. Problematisch wird es, wenn dieser Preis als Startpunkt für etwas anderes verkauft wird. Denn was in solchen Angeboten fehlt, taucht später als Nachtrag wieder auf: die Seitenstruktur, die Texte, die Anbindung des Kontaktformulars, die rechtlichen Pflichtangaben, die Übergabe. Am Ende steht ein Betrag, der mit den 499 € nichts mehr zu tun hat — nur dass jetzt niemand mehr vergleichen kann, weil das Projekt schon läuft.

Ein belastbarer Preis entsteht anders. Er entsteht, wenn beide Seiten wissen, welche vier Dinge bezahlt werden.

Block 1: Konzept und Struktur

Bevor irgendetwas gestaltet wird, muss feststehen, was die Website leisten soll. Wer soll sie benutzen, was soll danach passieren, welche Seiten braucht es dafür, und wonach suchen diese Menschen bei Google?

Das klingt nach Vorgeplänkel und ist in Wahrheit der Block, an dem sich entscheidet, ob die Website später Anfragen bringt oder nur existiert. Eine saubere Struktur ist außerdem die Grundlage jeder späteren SEO-Arbeit — eine Seite, die nicht für ein klares Thema steht, lässt sich auch nicht dafür nach vorn bringen.

Spanne: 500 bis 2.500 €, je nachdem, wie viele Zielgruppen und Leistungsbereiche abzubilden sind.

Was den Preis treibt: viele Standorte oder Sparten, mehrere Sprachen, ein bestehender Wildwuchs, der erst sortiert werden muss.

Was du selbst beitragen kannst: Sag klar, welche drei Fragen ein Besucher auf deiner Seite beantwortet bekommen soll. Das verkürzt diesen Block spürbar.

Block 2: Design und Umsetzung

Hier entstehen das Aussehen und die technische Basis. Der größte Preisunterschied liegt zwischen zwei Wegen: gekaufte Vorlage oder individuell gebaut.

Eine Vorlage ist billiger und schneller. Sie bringt aber ein Layout mit, das tausend andere Websites auch haben, und sie ist begrenzt: Wer später eine Schnittstelle, eine zweite Sprache oder eine Produktdatenbank braucht, stößt an eine Wand. Ein individuell gebautes WordPress-Theme kostet mehr und trägt länger. Warum wir bei Baukästen abraten, haben wir im Systemvergleich WordPress gegen Baukasten ausführlich begründet.

Spanne: 2.500 bis 12.000 € für eine Unternehmenswebsite. Onlineshops und mehrsprachige Industrieseiten liegen darüber.

Was den Preis treibt: Zahl der eigenständigen Seitentypen, Animationen, Anbindungen an ERP, CRM oder Warenwirtschaft, Datenübernahme aus einem alten System.

Was du selbst beitragen kannst: wenig — das ist der Block, für den du die Agentur beauftragst. Aber: schnelle Freigaben sparen echtes Geld, weil jede Warteschleife das Projekt verlängert.

Block 3: Inhalte

Der Block, der in fast jedem Angebot zu klein angesetzt ist — und der Projekte am häufigsten verzögert. Texte, Bilder, Produktdaten, rechtliche Seiten.

Zwei Wege sind üblich. Entweder du lieferst die Inhalte selbst; dann kostet dieser Block wenig Geld und einiges an Zeit in deinem Haus. Oder die Agentur schreibt und fotografiert; dann kostet er Geld und dich fast keine Zeit. Der dritte Weg — „wir nehmen erst mal Platzhalter“ — endet erfahrungsgemäß damit, dass die Website ein halbes Jahr nach dem Launch noch immer Lorem ipsum enthält.

Spanne: 0 € bei vollständiger Eigenleistung bis 6.000 € für Texte und Fotografie einer mittleren Unternehmenswebsite.

Was den Preis treibt: Zahl der Seiten, Fachlichkeit des Themas, Bildbedarf, Mehrsprachigkeit.

Was du selbst beitragen kannst: viel. Rohtexte in Stichpunkten und brauchbare Fotos aus dem Betrieb reduzieren diesen Block erheblich — und sie sind meistens ehrlicher als jedes Stockbild.

Block 4: Betrieb — der einzige, der wiederkommt

Die ersten drei Blöcke zahlst du einmal. Diesen zahlst du jedes Jahr, und genau deshalb wird er beim Vergleichen gern übersehen.

Dazu gehören Hosting, Domain, Updates von System und Erweiterungen, Sicherungen, die Prüfung der Erreichbarkeit und jemand, der erreichbar ist, wenn etwas klemmt. Eine WordPress-Installation ohne Updates ist nach etwa einem Jahr ein Sicherheitsrisiko — das ist keine Verkaufsdrohung, sondern der Grund, warum es Wartungspakete gibt.

Spanne: 300 bis 3.600 € im Jahr, je nach Umfang und Reaktionszeit.

Was den Preis treibt: Zahl der Erweiterungen, Shop-Funktionen, zugesagte Reaktionszeiten, Redaktionsarbeit.

Was du selbst beitragen kannst: Inhalte selbst pflegen. Wir richten die Bearbeitung so ein, dass dein Team das ohne Risiko kann.

Was sich 2026 verändert hat

Drei Punkte, die es vor zwei Jahren so noch nicht gab und die heute in jede Kalkulation gehören:

Barrierefreiheit ist für viele Pflicht geworden. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit Juni 2025. Ob es dich betrifft, hängt an deinem Geschäftsmodell und deiner Betriebsgröße — wir haben die Abgrenzung in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben, und es gibt einen Schnelltest in drei Fragen. Wenn es dich betrifft, rechne mit einem Aufschlag im niedrigen vierstelligen Bereich für Kontraste, Tastatur- bedienung und Struktur. Wenn nicht: Vieles davon ist trotzdem sinnvoll, weil es auch Suchmaschinen hilft.

KI-Funktionen brauchen einen Hinweis. Seit dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung (Artikel 50). Wer einen Chatbot einsetzt oder KI-erzeugte Bilder verwendet, muss das kennzeichnen. Der Aufwand ist klein, das Vergessen kann teuer werden — die Details stehen in unserem Beitrag zur KI-Verordnung.

KI hat die Kosten nicht so gesenkt, wie oft behauptet wird. Bei Rohtexten, Codegerüsten und Bildvarianten hilft sie messbar. Bei allem, was Verantwortung trägt — Struktur, Fachlichkeit, Rechtssicherheit, Anbindung an bestehende Systeme — hat sich wenig geändert. Wer mit „KI macht das jetzt für ein Zehntel“ wirbt, spart an der Prüfung, nicht an der Arbeit.

Drei realistische Beispiele

VorhabenKonzeptUmsetzungInhalteBetrieb/Jahr
Handwerksbetrieb, 8 Seiten, Inhalte selbst500 €3.500 €0 €ab 400 €
Mittelstand, 25 Seiten, Texte von uns1.500 €8.000 €4.000 €ab 1.200 €
B2B mit Shop und zwei Sprachen2.500 €ab 18.000 €6.000 €ab 2.400 €

Die Zahlen sind Erfahrungswerte aus Projekten, nicht aus einer Preisliste. Sie sollen dir eine Größenordnung geben, mit der du ein Angebot einordnen kannst — deins wird an der einen oder anderen Stelle abweichen, und das ist normal.

Woran du ein belastbares Angebot erkennst

Sechs Punkte, die drinstehen sollten. Fehlt einer, frag nach — nicht weil jemand betrügt, sondern weil unausgesprochene Annahmen später Streit erzeugen:

  1. Seitenzahl und Seitentypen, nicht nur „Website“.
  2. Wer die Inhalte liefert — Texte, Bilder, Produktdaten, namentlich.
  3. Was nach dem Launch passiert: Wartung, Ansprechpartner, Reaktionszeit, Preis.
  4. Wem was gehört: Zugänge, Domain, Quellcode, Lizenzen der Erweiterungen.
  5. Was eine Änderung kostet, wenn sie nach der Freigabe kommt.
  6. Ein Termin, der an Mitwirkung geknüpft ist — beidseitig.

Der vierte Punkt ist der wichtigste und wird am seltensten gestellt. Wenn du die Zugänge zu deiner eigenen Domain nicht bekommst, hast du keine Website gekauft, sondern gemietet.

Wie wir es machen

Wir arbeiten mit Festpreis. Du bekommst vor Beginn eine Zahl, die hält, und dazu die vier Blöcke einzeln aufgeschlüsselt — damit du siehst, wo dein Geld hingeht und wo du durch Eigenleistung sparen kannst. Was du selbst machen willst, ziehen wir ab, statt es stillschweigend mitzuberechnen.

Was das für dein Vorhaben bedeutet, klären wir in 30 Minuten. Kostenlos, ohne Verkaufsdruck, und mit einer ehrlichen Antwort auch dann, wenn sie lautet: dafür brauchst du keine Agentur.

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