WordPress oder Homepage-Baukasten: die nüchterne Einordnung
Baukästen von IONOS, Jimdo oder Strato sind besser als ihr Ruf. Für eine schlichte Präsenz reichen sie, und sie ersparen jede Technikfrage. Problematisch werden sie erst an der Stelle, an der viele Betriebe nach zwei, drei Jahren stehen: Die Seite soll mehr können, und der Baukasten kann es nicht.
Gegenüberstellung
Acht Fragen, die in der Praxis den Ausschlag geben. Das Dreieck steht dort, wo ein System vorn liegt — auch wenn es nicht unseres ist.
| Kriterium | WordPress | Homepage-Baukasten |
|---|---|---|
| Aufwand bis zur ersten Version | Höher, mit Konzept und Umsetzung | ▲Sehr gering, Vorlage auswählen und befüllen |
| Monatliche Kosten | ≈Hosting ab etwa 10 €, dazu Wartung | ≈Tarif ab etwa 10 €, steigt mit Funktionen |
| Steuerbarkeit für SEO | ▲Vollständig, bis in Struktur und Ladezeit | Grundfunktionen ja, Feinsteuerung nein |
| Eigene Funktionen | ▲Beliebig erweiterbar | Nur was der Anbieter vorsieht |
| Mitnahme der Inhalte | ▲Vollständiger Export jederzeit | Meist nur Texte und Bilder von Hand |
| Betriebsaufwand | Updates und Backups gehören dazu | ▲Übernimmt der Anbieter |
| Mehrsprachigkeit | ▲Ausgereift über etablierte Erweiterungen | Je nach Anbieter eingeschränkt oder gar nicht |
| Barrierefreiheit nach BFSG | ▲Vollständig umsetzbar, weil das Markup steuerbar ist | Abhängig davon, was die Vorlage erzeugt |
Wann WordPress die bessere Wahl ist
Die Seite soll Anfragen bringen
Wer über Suchmaschinen gefunden werden will, braucht Kontrolle über Seitenstruktur, Ladezeit und strukturierte Daten. Genau dort hören Baukästen auf.
Es kommt absehbar mehr dazu
Ein Shop, ein Buchungssystem, ein geschützter Kundenbereich. Mit WordPress ist das ein Ausbau, im Baukasten ein Umzug.
Ihr wollt unabhängig bleiben
Beim Baukasten gehört die Website faktisch dem Anbieter. Kündigen heißt neu bauen. Bei WordPress nimmst du alles mit und wechselst notfalls nur den Hoster.
Wann wir dir zu Homepage-Baukasten raten
Reine Visitenkarte
Fünf Seiten, Kontaktformular, keine Wachstumsabsicht: Dafür einen individuellen Auftritt zu beauftragen, wäre unverhältnismäßig.
Es gibt niemanden für die Pflege
Ein Baukasten, der sich selbst aktualisiert, ist besser als eine WordPress-Installation, die zwei Jahre niemand angefasst hat.
Sehr enges Budget
Wenn für die Website insgesamt wenige hundert Euro zur Verfügung stehen, ist der Baukasten die ehrlichere Empfehlung.
Wenn du wechseln willst
Der Umzug vom Baukasten ist praktisch immer ein Neubau, weil sich Layout und Struktur nicht übertragen lassen. Texte und Bilder übernimmt man, alles andere entsteht neu. Der wichtigste Punkt dabei sind die Weiterleitungen: Jede bestehende Adresse muss auf ihr neues Gegenstück zeigen, sonst ist die über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit weg.
Wir haben das oft genug gemacht, um die Fallstricke zu kennen. Wie wir dabei vorgehen, steht auf unserer Seite zu WordPress-Entwicklung.
Häufige Fragen
Wir haben schon eine Baukasten-Seite. Lohnt der Wechsel?
Das hängt davon ab, was du vorhast. Läuft die Seite und soll nichts dazukommen, lass sie. Sobald du über Sichtbarkeit, einen Shop oder eigene Funktionen nachdenkst, ist der Wechsel früher günstiger als später — weil er mit jedem Jahr mehr Inhalte betrifft.
Verlieren wir beim Wechsel unsere Google-Platzierungen?
Nicht, wenn es sauber gemacht wird. Jede alte Adresse bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue. Kurzfristige Schwankungen sind normal, nach einigen Wochen ist der Stand in der Regel wieder erreicht oder besser.
Ist WordPress nicht viel komplizierter zu bedienen?
Für Redakteure kaum. Wenn die Seite mit klar definierten Blöcken gebaut ist, geht Inhaltspflege ähnlich einfach. Kompliziert wird es nur, wenn jemand einen ungezähmten Page-Builder installiert und alles frei lässt.
Was ist mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz?
Ob es dich betrifft, hängt davon ab, ob Verbraucher bei dir online Verträge abschließen können. Beim Baukasten bist du darauf angewiesen, dass die Vorlage sauberes Markup erzeugt — nachbessern kannst du meist nicht.
Unsicher, was für dich passt?
Wir sehen uns dein Vorhaben an und sagen dir ehrlich, welches System dazu passt — auch dann, wenn es nicht das ist, mit dem wir bauen.
Weitere Vergleiche
Brauchst du schnell eine solide Visitenkarte und willst dich nicht kümmern, nimm Wix. Soll die Website über Jahre wachsen, eigene Abläufe abbilden oder ernsthaft Sichtbarkeit aufbauen, nimm WordPress.
Vergleich lesen →WordPress WebflowSteht das Design im Mittelpunkt und bleibt die Seite überschaubar, ist Webflow eine sehr gute Wahl. Sobald viele Menschen Inhalte pflegen, Fremdsysteme angebunden werden oder die Seite stark wächst, spielt WordPress seine Stärken aus.
Vergleich lesen →WooCommerce ShopifyStandardsortiment, wenig Sonderlogik und kein eigenes Technikteam sprechen für Shopify. Besondere Preisregeln, Anbindung an vorhandene Systeme oder der Wunsch, keine Umsatzbeteiligung zu zahlen, sprechen für WooCommerce.
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