WordPress oder Webflow: Wann welches System trägt
Webflow ist ein ernstzunehmendes Werkzeug, kein Baukasten. Wer aus Design heraus denkt, bekommt dort eine Freiheit, die WordPress ohne Entwicklung nicht bietet. Dafür wird es beim Betrieb enger: Redaktionsprozesse, Erweiterungen und laufende Kosten sehen anders aus. Beides sind gute Systeme, sie lösen nur unterschiedliche Probleme.
Gegenüberstellung
Acht Fragen, die in der Praxis den Ausschlag geben. Das Dreieck steht dort, wo ein System vorn liegt — auch wenn es nicht unseres ist.
| Kriterium | WordPress | Webflow |
|---|---|---|
| Wie frei ist die Gestaltung ohne Code? | Über Themes und Blöcke, für Sonderfälle braucht es Entwicklung | ▲Sehr frei, praktisch pixelgenau im visuellen Editor |
| Wie gut lässt sich redaktionell arbeiten? | ▲Rollen, Rechte, Vorschau, Versionen ab Werk | Editor vorhanden, bei größeren Teams schnell zu eng |
| Was kostet der Betrieb? | ▲Hosting nach Wahl, ab etwa 10 €/Monat | Feste Plattformgebühr, steigt mit Seiten und Nutzern |
| Wie steht es um Erweiterungen? | ▲Riesiges Ökosystem plus eigene Entwicklung | Begrenzt, vieles über Fremddienste und eigenes JavaScript |
| Wie schnell ist die Seite? | Hängt am Bau — sauber gemacht sehr schnell | ▲Ab Werk gut, weil die Plattform es vorgibt |
| Wo liegen die Daten? | ▲Auf deinem Hosting, exportierbar | Bei Webflow, Export nur eingeschränkt |
| Wie gut lässt es sich anbinden? | ▲REST-API, WooCommerce, beliebige Schnittstellen | API vorhanden, aber weniger fertige Verbindungen |
| Wie viel Wartung fällt an? | Updates und Backups gehören dazu | ▲Plattform kümmert sich |
Wann WordPress die bessere Wahl ist
Mehrere Personen pflegen Inhalte
Rollen, Freigaben und Versionsstände sind in WordPress ausgereift. Sobald mehr als zwei Menschen redaktionell arbeiten, merkt man den Unterschied deutlich.
Die Seite hängt an anderen Systemen
Warenwirtschaft, CRM, Buchungen, Newsletter: Für praktisch jedes verbreitete System gibt es eine fertige Verbindung oder eine dokumentierte Schnittstelle.
Die laufenden Kosten sollen planbar bleiben
Webflow rechnet nach Seiten, Redakteuren und Traffic ab. Bei WordPress bestimmst du das Hosting selbst, und die Kosten wachsen nicht mit jedem neuen Beitrag.
Wann wir dir zu Webflow raten
Das Design ist das Produkt
Bei Marken- und Kampagnenseiten, wo jede Animation sitzen muss, kommt man mit Webflow schneller und ohne Entwicklungsschleifen ans Ziel.
Kleines Team, wenig Technik
Wer keine Wartung will und mit dem Funktionsumfang auskommt, bekommt bei Webflow eine sehr saubere Grundlage ohne Betriebsaufwand.
Schnelle, saubere Ladezeiten ohne Zutun
Webflow liefert ab Werk gute Werte. Bei WordPress ist dasselbe möglich, erfordert aber jemanden, der weiß, was er tut.
Wenn du wechseln willst
Der Umzug von Webflow zu WordPress ist machbar: Inhalte lassen sich über CSV oder die API übernehmen, das Design wird als Theme nachgebaut. Aufwendig ist meist nicht der Inhalt, sondern die Feinheiten der Gestaltung. Umgekehrt gilt dasselbe.
Wir haben das oft genug gemacht, um die Fallstricke zu kennen. Wie wir dabei vorgehen, steht auf unserer Seite zu Webdesign und Entwicklung.
Häufige Fragen
Ist Webflow besser für SEO?
Nein, beide können es gut. Webflow bringt saubere Grundlagen mit, WordPress bietet mehr Steuerungsmöglichkeiten. Den Unterschied macht der Inhalt und wer die Technik betreut, nicht das Logo auf dem System.
Können wir Webflow behalten und nur den Blog in WordPress betreiben?
Technisch geht das über eine Subdomain oder ein Unterverzeichnis per Reverse Proxy. Es ist aber selten eine gute Idee: zwei Systeme heißt doppelte Pflege und meist inkonsistentes Design.
Was ist mit Barrierefreiheit?
Beide Systeme können barrierefreie Seiten erzeugen und beide können es gründlich verhindern. Entscheidend ist, wie das Markup gebaut wird — nicht das System. Ob dich das BFSG betrifft, klärt unser Check.
Unsicher, was für dich passt?
Wir sehen uns dein Vorhaben an und sagen dir ehrlich, welches System dazu passt — auch dann, wenn es nicht das ist, mit dem wir bauen.
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