Inhaltsverzeichnis
- Die Tarife, wie sie ausgeschrieben sind
- Warum der Tarif der kleinste Posten ist
- Die 30 Cent, die bei kleinen Warenkörben zum Prozentsatz werden
- Die Transaktionsgebühr: wann sie greift und wann nicht
- Der deutsche Sonderfall: Rechnungskauf
- Was im Tarif nicht steht
- Die zwei Schwellen, an denen sich der Tarif dreht
- Die Rechnung, die du aufmachen solltest
- Kurz zusammengefasst
Der Preis von Shopify ist leicht zu finden und schwer zu vergleichen. Auf der Preisseite stehen vier Zahlen, die niemand bezahlt, weil zu jeder von ihnen ein Prozentsatz gehört, der auf jede einzelne Bestellung fällt.
Dieser Beitrag rechnet einen Beispielshop einmal durch, mit den Zahlen, die am 11. September 2026 auf der deutschen Preisseite standen. Am Ende stehen zwei Umsatzschwellen, an denen sich der Tarifwechsel rechnerisch dreht.
Die Tarife, wie sie ausgeschrieben sind
| Tarif | monatlich | bei Jahreszahlung | Karte online | Fremdanbieter |
|---|---|---|---|---|
| Basic | 36 € | 27 € | 2,1 % + 0,30 € | 2 % |
| Grow | 105 € | 79 € | 1,8 % + 0,30 € | 1 % |
| Advanced | 384 € | 289 € | 1,6 % + 0,30 € | 0,6 % |
| Plus | ab 2.100 € | auf Anfrage | 1,3 % + 0,30 € | 0,2 % |
Die Jahreszahlung spart bei Basic ein Viertel und bindet dafür zwölf Monate. American Express kostet in jedem Tarif mehr, bei Basic 3,2 % statt 2,1 %. Wer zusätzlich im Laden verkauft, zahlt für POS Pro 79 € im Monat je Standort.
Warum der Tarif der kleinste Posten ist
Ein Shop mit 20.000 € Umsatz im Monat und einem durchschnittlichen Warenkorb von 60 €. Das sind 333 Bestellungen. Alle zahlen mit Karte über Shopify Payments, Tarif Basic mit Jahreszahlung:
- Tarif: 27 €
- 2,1 % von 20.000 €: 420 €
- 333 × 0,30 €: 100 €
- Summe: 547 € im Monat
Der Tarif, also die Zahl, nach der die meisten das System aussuchen, macht davon knapp fünf Prozent aus. Die anderen 95 Prozent stehen im Tarifvergleich nur als Kleingedrucktes.
Das ist kein Vorwurf an Shopify. Zahlungsabwicklung kostet überall Geld, und die Kartengebühr ist im Marktvergleich nicht auffällig. Der Fehler passiert davor: beim Vergleich zweier Systeme anhand der Zahl, die am wenigsten ausmacht.
Die 30 Cent, die bei kleinen Warenkörben zum Prozentsatz werden
Der feste Anteil je Transaktion ist unabhängig vom Bestellwert. Gemessen am Umsatz verhält er sich deshalb umgekehrt zur Warenkorbhöhe:
| Warenkorb | 2,1 % | 0,30 € entsprechen | effektiv |
|---|---|---|---|
| 15 € | 2,1 % | 2,0 % | 4,1 % |
| 60 € | 2,1 % | 0,5 % | 2,6 % |
| 150 € | 2,1 % | 0,2 % | 2,3 % |
Derselbe Tarif, dieselbe Karte, fast die doppelte Rate. Wer Zubehör, Verbrauchsmaterial oder Einzelteile verkauft, zahlt anteilig deutlich mehr als ein Shop mit hohen Warenkörben. In der Tarifübersicht ist dieser Unterschied nicht zu sehen, in der Jahresabrechnung deutlich.
Der Hebel dagegen ist kein Tarifwechsel, sondern der Warenkorb selbst: Mindestbestellwert, Bundles, Staffelpreise. Eine Bestellung über 40 € kostet weniger Gebühr als zwei über 20 €.
Die Transaktionsgebühr: wann sie greift und wann nicht
Die Spalte „Fremdanbieter“ ist der am häufigsten falsch verstandene Posten. Sie fällt zusätzlich zu dem an, was der jeweilige Zahlungsanbieter selbst berechnet.
Wichtig ist die Ausnahme: Ist Shopify Payments aktiviert, entfällt diese Gebühr für Zahlungen über Shopify Payments, Shop Pay und PayPal Express sowie für manuelle Zahlungsarten wie Überweisung, Vorkasse und Nachnahme. Wer also befürchtet, für jede PayPal-Zahlung zweimal zu zahlen: nein, nicht bei aktivem Shopify Payments.
Sie greift dort, wo ein eigenes Zahlungs-Gateway eingebunden wird. Und genau das ist in Deutschland der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Der deutsche Sonderfall: Rechnungskauf
Nach der EHI-Studie „Online-Payment 2026“ verteilte sich der Umsatz im deutschen Onlinehandel 2025 so: PayPal 28,7 Prozent, Rechnungskauf 26,1 Prozent, Lastschrift 14,4 Prozent, Karten zusammen 13,7 Prozent.
Rechnungskauf ist damit nach Umsatz die zweitgrößte Zahlungsart des Landes. Wer ihn mit Ausfallschutz anbietet, bindet dafür einen Dienstleister ein, und dessen Zahlungen laufen nicht über Shopify Payments. Auf diesen Umsatzanteil kommt die Transaktionsgebühr obendrauf.
Im Beispielshop sind 26,1 Prozent von 20.000 € rund 5.220 € im Monat. Bei Basic sind das 104 € zusätzlich, allein dafür, dass die Zahlung an Shopify vorbeiläuft. Die Gebühr des Rechnungskauf-Anbieters ist darin noch nicht enthalten.
Für einen Shop mit deutscher Kundschaft ist das der Posten, der die Tarifentscheidung am ehesten dreht, denn er sinkt von 2 Prozent bei Basic auf 1 Prozent bei Grow.
Was im Tarif nicht steht
Apps. Der Funktionsumfang reicht für einen Standardshop. Sobald Abonnements, Konfiguratoren, komplexe Versandregeln oder eine Anbindung an die Warenwirtschaft dazukommen, läuft das über Apps mit eigener Monatsgebühr. Die Preise variieren zu stark für eine belastbare Pauschale, zählbar sind sie trotzdem: Fünf Apps zu je 20 € sind 1.200 € im Jahr.
Das Theme. Kostenlose Themes gibt es, kostenpflichtige liegen im dreistelligen Bereich, einmalig. Wer das Design an die eigene Marke anpassen lässt, zahlt Dienstleistung, wie bei jedem anderen System auch.
Die Arbeit, die bleibt. Produktdaten, Texte, Bilder, Rechtstexte, Steuereinstellungen. Kein Tarif nimmt sie ab, und in jedem Vergleich zweier Shopsysteme ist dieser Posten der größte.
Die zwei Schwellen, an denen sich der Tarif dreht
Der höhere Tarif kostet mehr Grundgebühr und weniger Prozent. Der Punkt, an dem sich das ausgleicht, lässt sich ausrechnen. Für Kartenzahlungen über Shopify Payments, bei Jahreszahlung:
Basic auf Grow ab rund 17.300 € Monatsumsatz. Grow kostet 52 € mehr und spart 0,3 Prozentpunkte. Bei 17.333 € kommen beide auf 391 € im Monat.
Grow auf Advanced ab rund 105.000 € Monatsumsatz. Advanced kostet 210 € mehr und spart 0,2 Prozentpunkte. Bei 105.000 € liegen beide bei 1.969 €.
Beide Schwellen sinken deutlich, wenn ein großer Teil des Umsatzes über einen Fremdanbieter läuft, weil dort die Differenz zwischen den Tarifen 1 statt 0,3 Prozentpunkte beträgt. Wer viel über Rechnungskauf verkauft, erreicht den Wechselpunkt also früher als die Rechnung oben vermuten lässt.
Die Rechnung, die du aufmachen solltest
Vier Zahlen genügen, um den eigenen Fall zu rechnen: Monatsumsatz, Anzahl der Bestellungen, Anteil je Zahlungsart und die Gebühren deiner Zahlungsanbieter. Damit stehen die laufenden Kosten, und erst damit ist ein Systemvergleich überhaupt aussagekräftig.
Dass diese Rechnung für ein gemietetes System anders ausgeht als für ein eigenes, liegt weniger am Monatspreis als an der Umsatzbeteiligung: Sie wächst mit, während Hosting und Wartung eines eigenen Shops weitgehend gleich bleiben. Welche der beiden Richtungen zu einem Geschäft passt, hängt aber nicht am Preis allein. Wir haben die Unterschiede zwischen WooCommerce und Shopify getrennt gegenübergestellt, und was ein Shop in der Erstellung kostet, steht im Beitrag zu den Angeboten für einen Onlineshop.
Kurz zusammengefasst
- Der Tarif ist der kleinste Posten. Im Beispiel mit 20.000 € Umsatz macht er knapp fünf Prozent der laufenden Kosten aus.
- Die feste Gebühr von 0,30 € je Transaktion wirkt bei kleinen Warenkörben wie ein Aufschlag: bei 15 € Warenkorb effektiv 4,1 statt 2,1 Prozent.
- Mit aktivem Shopify Payments fällt für PayPal Express und manuelle Zahlungsarten keine zusätzliche Transaktionsgebühr an.
- Sie fällt an, sobald ein eigenes Gateway eingebunden ist. Beim Rechnungskauf, in Deutschland 26,1 Prozent des Umsatzes, ist das der Regelfall.
- Rechnerische Wechselpunkte für Kartenzahlungen: Basic auf Grow ab rund 17.300 €, Grow auf Advanced ab rund 105.000 € Monatsumsatz. Mit hohem Fremdanbieteranteil früher.
- Alle Tarifzahlen stammen von der deutschen Preisseite, Stand 11. September 2026. Prüfe sie nach, bevor du auf ihrer Grundlage entscheidest.

