Inhaltsverzeichnis
  1. Was kostet ein Klick in ChatGPT?
  2. Welche Abrechnungsmodelle gibt es?
  3. Wie viel Budget brauchst du mindestens?
  4. Die Rechnung mit drei Zahlen
  5. Wie läuft das Schalten ab?
  6. Für wen lohnt es sich jetzt, und für wen nicht?
  7. Was du vor dem ersten Euro prüfen solltest
  8. Kurz zusammengefasst
  9. Quellen

Werbung in ChatGPT kostet mindestens 15 Euro am Tag je Kampagne, abgerechnet je Klick oder je 1.000 Einblendungen und bezahlt per Kreditkarte im Nachhinein. Für den Klickpreis empfiehlt OpenAI zum Start ein Höchstgebot von 3 bis 5 US-Dollar. Ob sich das rechnet, entscheidet nicht der Preis, sondern dieselbe Rechnung wie bei jeder anderen Anzeige: Budget, Klickpreis und die Anfragequote deiner Zielseite.

Dieser Beitrag geht die Zahlen durch, beschreibt den Ablauf im Ads Manager Schritt für Schritt und endet mit einer ehrlichen Liste, für wen ein Test jetzt Sinn ergibt. Wie die Anzeigen funktionieren und wer sie überhaupt sieht, steht im ersten Teil: ChatGPT Ads: Wie Werbung in ChatGPT funktioniert.

Was kostet ein Klick in ChatGPT?

Eine belastbare Zahl gibt es nicht, und das sagt OpenAI selbst: Die Plattform habe „noch keine Leistungs-Benchmarks über Werbetreibende, Branchen oder Kampagnentypen“. Was es gibt, ist die Empfehlung, bei klickbasierten Kampagnen mit einem Höchstgebot von 3 bis 5 US-Dollar zu beginnen, und ein Hinweis im Ads Manager, wenn ein Gebot die Auslieferung begrenzt. Gezahlt wird in einer relevanzgewichteten Zweitpreisauktion, also nicht das eigene Höchstgebot, sondern knapp über dem nächsten Mitbewerber.

Aus der Pilotphase in den USA gibt es Presseberichte, die als Orientierung taugen, nicht als Preisliste: Zum Start im Februar 2026 verkaufte OpenAI laut Digiday zu einem festen Preis von 60 Dollar je 1.000 Einblendungen, im April lagen die gehandelten Werte bei 25 bis 45 Dollar. Das waren US-Preise für Großkunden mit Mindestvolumen. Für Deutschland, wo der Self-Service seit dem 31. August 2026 offen ist, existiert keine veröffentlichte Zahl. Die Auktion ist drei Wochen alt.

Zur Einordnung hilft unser Beitrag zu den Klickpreisen bei Google Ads, gemessen am 7. September 2026: Der Einstieg lag bei 1,42 Euro im Handwerk, 2,01 Euro bei allgemeinen Dienstleistungen und 5,72 Euro bei Web und Marketing. Die OpenAI-Empfehlung von 3 bis 5 Dollar liegt damit über dem, was ein Handwerksbetrieb bei Google für den Seitenanfang zahlt, und unter den Agenturbegriffen. Nur ist ein Klick aus einem Gespräch kein Klick aus einer Suche. Wer ChatGPT nach der passenden Wärmepumpe fragt, ist mitten im Vergleich; ob er danach auf eine Anzeige tippt und anfragt, weiß vor dem ersten Test niemand.

Welche Abrechnungsmodelle gibt es?

Drei Kampagnenziele, zwei Abrechnungsarten. Je Conversion wird nie abgerechnet, auch nicht bei Conversion-Kampagnen.

ZielAbgerechnetOptimiert auf
Viewsje 1.000 EinblendungenSichtbarkeit
Clicksje KlickBesuche
Conversions, oCPCje KlickAnfragen, Bestellungen
Conversions, oCPMje 1.000 Einblendungenwie oCPC, auch ohne Klick

Views passt, wenn Reichweite das Ziel ist. Clicks passt, wenn du Anfragen willst und noch keine Conversion-Daten hast. Die beiden Conversion-Varianten setzen voraus, dass die Messung läuft und Ereignisse ankommen; oCPM ist für Shops mit vielen Bestellungen gedacht, weil es auch Käufe nach bloßem Sehen der Anzeige in die Optimierung einbezieht.

Das Gebot setzt du je Anzeigengruppe als Höchstgebot. Voreingestellt ist eine Automatik namens „Maximize results“, die Gebote selbst setzt und möglichst viele Klicks oder Conversions aus dem Budget holen soll. Sie kennt weder einen Zielpreis je Anfrage noch eine Klickpreisgrenze. Unsere Empfehlung für den Start: manuelles Höchstgebot, und zwar nie über einem Drittel des Tagesbudgets. Bei 15 Euro am Tag sind das 6 Euro, die OpenAI-Empfehlung passt darunter.

Zwei Dinge sind nach dem Anlegen einer Kampagne unveränderlich: das Ziel und die Abrechnungsart. Wer von Clicks auf Conversions wechseln will, legt eine neue Kampagne an. Auch das Conversion-Ereignis einer Kampagne steht fest.

Wie viel Budget brauchst du mindestens?

15 Euro am Tag je Kampagne, für Konten in Euro. In Schweizer Franken sind es 20, in US-Dollar 25. Das Tagesbudget ist dabei ein Wochenmittel: An einem einzelnen Tag darf das Doppelte anfallen, in der Woche von Sonntag bis Samstag höchstens das Siebenfache. Ein Tag mit 30 Euro ist also kein Fehler. Auf den Monat gerechnet sind 15 Euro am Tag rund 456 Euro. Alternativ setzt du ein Gesamtbudget je Kampagne, das OpenAI über die Laufzeit verteilt.

Bezahlt wird per Kreditkarte, und zwar im Nachhinein: Das Konto sammelt Ausgaben bis zu einer Schwelle, die OpenAI vorgibt und mit der Zeit automatisch anhebt, dann wird die Karte belastet, spätestens zum Monatsende. Beim Hinterlegen der Karte reserviert die Bank kurz einen Prüfbetrag, der bis zu acht Tage sichtbar bleiben kann. Die Karte muss zum Land des Kontos passen, eine Umsatzsteuer-ID lässt sich im Abrechnungsprofil eintragen. Lastschrift oder PayPal nennt die Hilfe nicht. Rechnungskonten gibt es, aber nicht im Self-Service.

Die Rechnung mit drei Zahlen

Der Klickpreis allein sagt nichts. Interessant wird es mit dem Budget und der Anfragequote deiner Zielseite, also dem Anteil der Besucher, die ein Formular ausfüllen oder bestellen.

Monatsbudget ÷ Klickpreis = Klicks Klicks × Anfragequote = Anfragen Monatsbudget ÷ Anfragen = Kosten je Anfrage

Für das Mindestbudget und einen angenommenen Klickpreis von 3,50 Euro:

  • 15 € × 30,4 Tage = 456 € im Monat
  • 456 € ÷ 3,50 € = 130 Klicks
  • 130 × 2 % = 2 bis 3 Anfragen
  • 456 € ÷ 2,6 = rund 175 € je Anfrage

Beide Eingangswerte sind Annahmen, und das ist der Punkt. Die 3,50 Euro stehen in der Mitte der OpenAI-Empfehlung, gemessen sind sie nicht. Die zwei Prozent sind ein üblicher Ausgangswert für eine Dienstleistungsseite mit sichtbarem Formular; ob ein Besucher aus einem ChatGPT-Gespräch häufiger oder seltener anfragt als einer aus der Google-Suche, weiß derzeit niemand. OpenAI nennt einzelne Beispiele, etwa einen Shop mit dem Dreifachen der Werbeausgaben als Umsatz in 28 Tagen oder einen Messpartner, bei dem über 80 Prozent des Anzeigenverkehrs von Neukunden stammten. Das sind Einzelfälle aus der Herstellerkommunikation, keine Mittelwerte.

Deshalb lautet die ehrliche Antwort auf „Was kostet mich eine Anfrage über ChatGPT?“: Das misst du in den ersten 14 Tagen mit dem Mindestbudget. Wer vorher eine Zahl nennt, rät.

Wie läuft das Schalten ab?

Zehn Schritte, in der Reihenfolge, in der sie im Ads Manager unter ads.openai.com anfallen:

  1. Konto anlegen. Mit einem OpenAI-Login der Firma, nicht privat. Konten dürfen nur Unternehmen anlegen; eine Agentur kann eingeladen werden, aber nicht stellvertretend gründen.
  2. Firmendaten und Prüfung. Name, Website, Logo, Branche, Land, Währung, Zeitzone. Danach eine Identitätsprüfung über den Dienstleister Persona und eine Warteschlange, für die OpenAI keine Dauer nennt. Land, Währung und Zeitzone sind später nicht mehr änderbar.
  3. Abrechnung. Rechnungsprofil, Kreditkarte, Umsatzsteuer-ID.
  4. Kontoname und Logo so setzen, wie sie in der Anzeige erscheinen sollen. Ohne diesen Schritt liefert nichts aus.
  5. Kampagne anlegen. Ziel (zum Start: Clicks), Tagesbudget ab 15 Euro, Laufzeit mit Enddatum, Land, Plattformen. Neue Konten dürfen anfangs nur im eigenen Land werben.
  6. Anzeigengruppen nach Kundenbedarf. OpenAIs Beispiel ist ein Installateur mit einer Gruppe für Notfälle und einer für Wartung. Je Gruppe drei bis fünf Kontexthinweise als ganze Sätze: Was bietest du, wem hilft es, in welcher Situation.
  7. Anzeigen schreiben. Mehrere Varianten je Angebot, jede mit einem anderen Blickwinkel. Titel 16 bis 24 Zeichen (Maximum 50), Text 32 bis 48 Zeichen (Maximum 100), quadratisches Bild bis 1200 Pixel, Zielseite mit eigenen UTM-Parametern.
  8. Zielseite freigeben. Der Crawler OAI-AdsBot muss die Seite abrufen dürfen. Eine robots.txt, die alle Bots aussperrt, oder ein CDN, das mit 403 antwortet, verhindert die Prüfung, und die Anzeige läuft nie.
  9. Messung einrichten. Entweder das OpenAI-Pixel, das in Deutschland eine Einwilligung braucht und vor der Zustimmung blockiert werden muss, oder UTM-Parameter mit Zielen in deinem Analysewerkzeug. Beides vor dem ersten Euro testen, wie in unserer Checkliste für die datenschutzkonforme Website beschrieben.
  10. Prüfung abwarten und lesen. Nach der Freigabe erscheinen Einblendungen und Klicks innerhalb von Minuten, Ausgaben mit bis zu sieben Stunden Verzug, Conversions nach ein bis zwei Tagen. Steht eine Anzeige auf „Not serving“, nennt der Tooltip den Grund. Vor Ablauf von 24 Stunden lohnt kein Urteil über die Auslieferung, vor Ablauf von 14 Tagen keines über die Leistung.

Der Aufwand liegt vor allem in Schritt 6 und 7. Bei Google reicht zur Not eine gute Anzeige je Gruppe. Bei ChatGPT verlangt OpenAI ausdrücklich Breite: viele Varianten, damit das System mehr passende Gespräche findet. Wer nur eine Anzeige einstellt, sieht wenig Auslieferung und schließt daraus Falsches.

Für wen lohnt es sich jetzt, und für wen nicht?

Ein Test lohnt sich, wenn mindestens drei dieser Punkte zutreffen:

  • Dein Angebot fällt in eine zugelassene Kategorie: Haushalt und Lifestyle, lokale Dienstleistungen, Reisen, Bildung, digitale Produkte, Software.
  • Du hast einen Shop mit Produktfeed. Feed-Anzeigen sind das ausgebauteste Format, und ab dem 23. September 2026 soll die Anbindung als Shopify-App auch außerhalb der USA verfügbar sein. Was ein Feed voraussetzt, steht im Beitrag zum Onlineshop erstellen lassen.
  • Deine Kunden vergleichen vor dem Kauf und stellen Fragen. Genau dort setzt ChatGPT an.
  • Du kannst rund 456 Euro im Monat zusätzlich ausgeben, ohne dein Google-Budget zu kürzen.
  • Jemand im Betrieb kann zehn Anzeigenvarianten je Angebot schreiben und nach zwei Wochen nachlegen.

Es lohnt sich nicht, oder es geht gar nicht, wenn:

  • du eine Praxis, Kanzlei, Versicherung oder ein Finanzangebot bewirbst. Außerhalb der USA sind diese Kategorien untersagt.
  • du Personal suchst. Einzelne Stellenanzeigen sind verboten.
  • deine Anfragen am Telefon entstehen. Es gibt kein Anrufformat; jede Anzeige führt auf eine Website, und Anrufe misst du nur dort.
  • du unter 15 Euro am Tag bleiben musst.
  • du eine Mengenzusage brauchst. OpenAI schreibt selbst, dass Auslieferung und Ausgaben in der Beta schwanken.
  • deine Website keine funktionierende Einwilligung hat. Dann fällt das Pixel weg, und es bleibt nur die Messung über UTM.

Was du vor dem ersten Euro prüfen solltest

  1. Steht deine Branche in den Werberichtlinien auf der erlaubten Seite? Bei Unsicherheit vorher beim OpenAI-Support fragen, nicht nach der Ablehnung.
  2. Antwortet deine Zielseite dem Crawler OAI-AdsBot mit 200 und dem echten Inhalt, und trifft kein Disallow in der robots.txt die Seite?
  3. Zeigt die Zielseite das beworbene Angebot und die gewünschte Handlung ohne Scrollen? Eine Anzeige macht eine schwache Seite nicht besser, nur teurer.
  4. Läuft die Messung, und wurde sie einmal echt ausgelöst, von einem Gerät außerhalb deiner Büro-IP?
  5. Hast du für jede Anzeigengruppe Kontexthinweise als Sätze, nicht als Keywordliste?
  6. Liegen mindestens drei Anzeigenvarianten je Angebot bereit, mit Titel und Text innerhalb der Grenzen?
  7. Ist das Budget zusätzlich zum bestehenden Kanal geplant, mit Enddatum und einem Termin für die erste Auswertung nach 14 Tagen?

Wer diese sieben Punkte mit Ja beantwortet, kann starten. Wer bei Punkt 1 oder 2 hängt, spart sich den Rest.

Kurz zusammengefasst

ChatGPT Ads kosten ab 15 Euro am Tag, abgerechnet je Klick oder je 1.000 Einblendungen, bezahlt per Kreditkarte im Nachhinein. Einen deutschen Klickpreis gibt es noch nicht, OpenAI empfiehlt Gebote von 3 bis 5 Dollar, und ob daraus Anfragen werden, misst du in zwei Wochen mit dem Mindestbudget. Der Ablauf ist strenger als bei Google: Prüfung des Unternehmens, Karte, Logo, lesbare Zielseite, viele Anzeigenvarianten. Ganze Branchen sind ausgeschlossen, Anrufe gibt es nicht als Ziel, und Auslieferung wie Kosten schwanken in der Beta.

Wenn du wissen willst, wie die Rechnung für dein Angebot ausgeht: Schreib uns, was du anbietest und mit welchem Budget du planst. Wir prüfen Kategorie, Zielseite und Messung, rechnen den Test durch und sagen dir auch, wenn Google für dich weiterhin der bessere Platz für das Geld ist.

Quellen