Inhaltsverzeichnis
- Warum entscheiden die ersten zehn Sekunden?
- Was ist wichtiger, die Website oder das Google-Profil?
- Welche Seiten braucht ein Handwerksbetrieb wirklich?
- Was kostet eine Homepage für einen Handwerksbetrieb?
- Welche Fehler sehen wir am häufigsten?
- Wie lange dauert so ein Projekt?
- Lohnt sich das für einen kleinen Betrieb überhaupt?
Eine Homepage für einen Handwerksbetrieb muss drei Fragen beantworten, bevor jemand weiterscrollt: Machst du das, was ich brauche? Kommst du bis zu mir? Und wie erreiche ich dich jetzt gleich? Wer diese drei Antworten nach oben stellt, hat den größten Teil richtig gemacht. Alles andere, von der Bildergalerie bis zum Firmenvideo, ist Beiwerk.
Das klingt banal, ist es aber nicht. Eine Website hat praktisch jeder Betrieb: Bitkom Research kam in einer repräsentativen Befragung von 503 Handwerksbetrieben auf 97 Prozent mit eigener Website (Juli 2022). Die Frage ist also längst nicht mehr, ob es eine Website gibt, sondern ob sie diese drei Antworten liefert. Die meisten, die wir übernehmen, beginnen mit einem Willkommensgruß und einer Firmengeschichte, und die Telefonnummer steht im Impressum. Dieser Beitrag zeigt, was stattdessen oben gehört, warum das Google-Profil dabei oft wichtiger ist als die Website selbst, und was das Ganze kostet.
Warum entscheiden die ersten zehn Sekunden?
Weil die Suche nach einem Handwerker fast immer aus einem Anlass entsteht. Die Heizung ist aus, das Bad soll neu, der Zaun ist umgefallen. Wer so sucht, vergleicht nicht drei Wochen lang, sondern ruft an, sobald jemand passend wirkt und erreichbar scheint.
Daraus folgt eine klare Reihenfolge für die Startseite:
- Was du machst, in der Sprache der Kundschaft. „Sanitär, Heizung, Klima“ ist eine Innungsbezeichnung. „Heizung reparieren, Bad umbauen, Wärmepumpe einbauen“ ist das, was Menschen eintippen.
- Wo du arbeitest. Ein Radius oder eine Liste von Orten. Wer in Hamburg-Bergedorf sucht, will wissen, ob du dorthin fährst.
- Wie man dich erreicht. Telefonnummer als klickbarer Link, ganz oben, nicht nur im Impressum. Auf dem Handy ist das ein Anruf statt einer Abschrift.
- Ein Beleg, dass es dich wirklich gibt. Zwei, drei echte Projekte mit Fotos vom eigenen Betrieb schlagen jedes Stockfoto.
Was ist wichtiger, die Website oder das Google-Profil?
In den meisten Fällen das Google-Unternehmensprofil, und zwar deutlich. Wer „heizung reparieren hamburg“ sucht, bekommt zuerst eine Kartenansicht mit drei Betrieben, Bewertungen und Telefonnummer. Die klassischen Suchergebnisse kommen darunter.
Das Profil ist kostenlos, und die drei Dinge, die dort zählen, kosten nur Zeit: vollständige Angaben (Leistungen, Zeiten, Einzugsgebiet), echte Fotos, und regelmäßig neue Bewertungen. Der letzte Punkt ist der am seltensten gepflegte: In derselben Bitkom-Befragung standen 76 Prozent der Betriebe in Online-Verzeichnissen, aber nur 27 Prozent auf einer Bewertungsplattform. Wie du sie bekommst, ohne gegen Googles Richtlinien zu verstoßen, steht in unserem Beitrag zu mehr Google-Bewertungen. Was gegen eine unfaire Bewertung hilft, hier: Bewertung löschen lassen.
Die Website bleibt trotzdem nötig, aus zwei Gründen. Erstens verlinkt das Profil auf sie, und wer dort klickt, ist bereits interessiert. Zweitens entscheidet sie über die Aufträge, die mehr sind als ein Notfall: Badumbau, Dachsanierung, Wärmepumpe. Solche Kunden lesen. Wie beides zusammenspielt, haben wir im Beitrag zu Local SEO ausführlich beschrieben.
Welche Seiten braucht ein Handwerksbetrieb wirklich?
Weniger, als die meisten Baukasten-Vorlagen vorschlagen. Diese sechs reichen für fast jeden Betrieb:
| Seite | Wofür sie da ist |
|---|---|
| Startseite | Die drei Fragen von oben, plus Einstieg in die Leistungen |
| Eine Seite je Hauptleistung | Wer „bad sanieren“ sucht, soll auf einer Seite über Badsanierung landen, nicht auf einer Sammelseite |
| Referenzen | Drei bis sechs echte Projekte mit Vorher-Nachher, Ort und Umfang |
| Über uns mit Team | Gesichter schaffen mehr Vertrauen als jeder Werbetext, gerade im Handwerk |
| Kontakt | Telefon, Formular, Adresse, Karte, Zeiten |
| Jobs | Der oft übersehene Grund: Fachkräfte suchen Betriebe genauso, wie Kunden es tun |
Der letzte Punkt ist in vielen Betrieben der wirtschaftlich wichtigste. Bewerber schauen sich die Website an, bevor sie sich melden, und eine Seite aus dem Jahr 2014 sagt ihnen etwas über den Betrieb, das so nicht gemeint war.
Was kostet eine Homepage für einen Handwerksbetrieb?
Bei uns beginnt eine individuell gebaute Website bei 4.500 € netto, ein größerer Auftritt mit mehreren Leistungsseiten liegt bei 9.800 €. Wer nur eine saubere Visitenkarte mit Kontakt und drei Leistungen braucht, kommt günstiger weg, wer Konfiguratoren oder einen Shop will, teurer. Die vollständige Aufschlüsselung, was den Preis wirklich treibt, steht im Beitrag Was kostet eine Website 2026?.
Dazu kommt der laufende Betrieb, und den unterschätzen viele: Updates, Backups, Sicherheit. Was passiert, wenn das ein Jahr lang niemand macht, haben wir an 46 Websites gemessen und hier aufgeschrieben: 198 Störungen in einem Monat, ein Ausfall über sechs Tage. Wartung beginnt bei uns bei 39 € netto im Monat, was in dem Vertrag stehen sollte, steht hier.
Welche Fehler sehen wir am häufigsten?
Die Telefonnummer als Bild. Kommt öfter vor, als man denkt, meist aus Angst vor Spam. Auf dem Handy lässt sie sich dann nicht antippen, und genau das war der Weg zum Auftrag.
Ein Kontaktformular mit zwölf Pflichtfeldern. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen. Name, Kontaktweg, Anliegen genügen; alles Weitere klärt das Telefonat.
Keine Preisangabe, nirgends. Niemand erwartet Festpreise für eine Badsanierung. Aber eine Größenordnung („Bäder ab etwa 15.000 €“) sortiert die Anfragen vor und spart beiden Seiten Termine.
Stockfotos statt Baustelle. Das lächelnde Model mit dem Rohrzange-Symbol sieht nach Katalog aus. Ein Foto vom eigenen Transporter vor einem echten Objekt wirkt sofort anders.
Die Website ist auf dem Handy zweite Wahl. Rund die Hälfte des deutschen Web-Verkehrs läuft über Telefone: Statcounter misst für August 2026 50,9 Prozent mobil gegenüber 47,4 Prozent Desktop. Bei einer Heizung, die im Januar ausfällt, dürfte der Anteil höher liegen, gemessen haben wir das nicht. Wer am großen Bildschirm entwirft und das Telefon nur „auch noch“ prüft, baut an der Hälfte vorbei.
Wie lange dauert so ein Projekt?
Realistisch sechs bis acht Wochen, und der längste Teil davon liegt beim Betrieb, nicht bei der Agentur: Fotos machen, Leistungen beschreiben, Referenzen freigeben lassen. Wer diese Inhalte vorbereitet hat, verkürzt das deutlich.
Wir arbeiten in vier Schritten: Analyse und Struktur, Entwurf, Umsetzung, dann Optimierung nach dem Start. Der letzte Schritt ist der, den viele weglassen, und er entscheidet, ob aus Besuchern Anfragen werden.
Lohnt sich das für einen kleinen Betrieb überhaupt?
Das kommt darauf an, woher deine Aufträge heute kommen. Wenn du seit zwanzig Jahren ausgebucht bist und nur über Empfehlung arbeitest, ist eine große Website nicht dringend, ein gepflegtes Google-Profil aber trotzdem sinnvoll: Auch Empfehlungen werden gegoogelt, bevor jemand anruft.
Sobald du aber Aufträge suchst, ein neues Gewerk anbietest, Mitarbeiter finden willst oder in einen neuen Ort expandierst, ist die Website der Ort, an dem all das zusammenläuft. Wir betreuen Handwerksbetriebe aus Hamburg, Koblenz und dem Raum Stuttgart, und die Muster sind überall dieselben.
Wenn du wissen willst, wo deine Website heute steht: Der kostenlose SEO-Check prüft die Grundlagen in zwei Minuten, ohne dass du Daten hinterlassen musst.

